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Windows 10: Microsoft streicht Channel 'SAC-Targeted' in Firmenkunden-Update

Für Administratoren, die Windows Update for Business nutzen, entfällt ab Windows 10 V1903 der 'Semi-Annual Channel Targeted' für Client-Aktualisierungen.

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(Bild: Paolo Bona / Shutterstock.com)

Mit der im Frühjahr 2019 erwarteten Windows 10 Version 1903 schafft Microsoft den Semi-Annual Channel Targeted (SAC-T) in Windows Update for Business ab. Grob gesagt handelt es sich bei dem Thema 'Semi-Annual Channel ' um eine Steuerungsmöglichkeit für die Unternehmens-IT, mit der festgelegt wird, wie Microsoft freigegebene Funktionsupdates auf Windows-10-Maschinen bereitstellen soll. Allerdings hatte Microsoft bereits Ende Mai 2018 im Beitrag Windows 10 and the “disappearing” SAC-T den Abschied von SAC-T angedeutet.

Bis zur Version 1809 von Windows 10 ermöglichte Microsoft Administratoren bei Verwendung von Windows Update for Business (setzt Windows 10 Pro oder Enterprise voraus) zu wählen, wann Clients die Funktionsupdates erhalten sollten. Das ist bei einem Administratorkonto in den Einstellungen unter "Update und Sicherheit / Windows Update / Erweiterte Optionen" einstellbar.

Standardmäßig war bisher als Option der Installationszeitpunkt für Updates auf "Semi-Annual Channel (Targeted)" gesetzt. Diese Option bewirkte, dass Microsoft ein freigegebenes Funktionsupdate sofort oder spätestens nach Ablauf der ggf. vom Administrator eingestellten Verzögerungsfrist auf kompatiblen Maschinen bereitstellen durfte.

Um mehr Zeit bis zur Installation von Funktionsupdates zu haben, konnten Administratoren die Clients auf "Semi-Annual Channel" (SAC) umstellen und die Installation von Qualitäts- und Funktionsupdates zusätzlich um eine bestimmte Anzahl Tage verzögern. Dies stellte sicher, dass die Windows-10-Clients ein Funktionsupdate frühestens erhielten, nachdem Microsoft die betreffende Build als "Semi-Annual Channel-ready" deklariert hatte. Erst dann startete ein ggf. vom Administrator auf der Maschine eingestellter Countdown zur weiteren Verzögerung der Installation.

Microsofts Ansinnen war es, der Unternehmens-IT dadurch eine Art Sicherheitspuffer gegen ungewollte Funktionsupdates an die Hand zu geben. Erst wenn das Funktionsupdate bei Home-Anwendern und Unternehmensnutzern im "Semi-Annual Channel (Targeted)" so im Schnitt drei Monate 'gereift' war, erfolgte die Freigabe für den breiten Business-Einsatz im "Semi-Annual Channel”.

Mit der Bereitstellung von Windows 10 V1903 streicht Microsoft diese Auswahl zwischen SAC-T und SAC. Auf der Webseite mit den Angaben zu den Servicing-Optionen einer Windows-10-Version wird es keine SAC-Angaben mehr geben. Dort findet sich zukünftig nur noch die Information, wann ein Windows-10-Funktionsupdate freigegeben wurde. Für Verwaltungstools wie System Center Configuration Manager oder Windows Server Update Services (WSUS) stellt Microsoft künftig auch nur noch ein Funktionsupdate bereit. Das bisher übliche zweite 'SAC-ready'-Funktionsupdate entfällt also ab der Version 1903.

Auf der Einstellungsseite "Erweiterte Optionen" des Windows 10-Clients streicht Microsoft zudem ab der Version 1903 die Möglichkeit zur Wahl des Semi Annual Channel. Es gibt dann nur noch die Möglichkeit, Verzögerungen für Qualitäts- und Funktionsupdates festzulegen.

Für Administratoren in der Unternehmens-IT vereinfacht sich die Administration von Updates für Windows-10-Clients. Es braucht dann nur noch die Verzögerungszeit für die Update-Installation in Tagen angegeben zu werden.

Für IT-Abteilungen, die sich unter Windows Update for Business bereits für SAC-T entschieden hatten, ändert sich daher mit Einführung von Windows 10 V1903 nichts. Um IT-Abteilungen, die sich unter Windows Update for Business für SAC entschieden hatten, den Wechsel auf Windows 10 V1903 zu erleichtern, plant Microsoft eine einmalige Sonderaktion. Das Upgrade auf Windows 10 Version 1903 wird zusätzlich zu der für Funktionsupdates eingestellten Verzögerungszeit um weitere 60 Tage zurückgestellt. Bei einer Verzögerungszeit von beispielsweise 30 Tagen für Funktionsupdates wird deren Installation dann um 90 Tage (60 + 30) zurückgestellt. Dieser zusätzliche Wert wird aber nicht in der Einstellungsseite des Systems angezeigt, sondern nur intern von Microsoft auf den Update-Servern verwaltet. In der dann im Herbst 2019 folgenden Windows 10 19H2 kommt bei Windows Update for Business nur noch die vom Administrator vorgegebene Verzögerungszeit für Updates zum Tragen.

Das Ganze tangiert Privatanwender mit Windows 10 Home nicht, da dort keine entsprechenden Einstellmöglichkeiten existieren. Und Benutzer von Windows 10 Pro, die bisher keine Auswahl für SAC getroffen hatten, sind auch nicht betroffen. Nur für Administratoren, die für SAC votiert hatten, entfällt also die zusätzliche Periode der Upgrade-Verzögerung zwischen der Freigabe eines Funktionsupdates und der SAC-ready-Deklaration durch Microsoft.

Für die IT-Administration im Unternehmensumfeld beweist Microsoft einmal mehr, dass Windows 10 'lernen am lebenden Objekt' bedeutet. Ursprünglich war Microsoft 2015 mit den Begriffen "Current Branch" (CB) und "Current Branch for Business"" (CBB) zur Verwaltung von Updates im Business-Umfeld angetreten. Diese Nomenklatur wurde aber bereits im Sommer 2017 zugunsten von SAC und SAC-T abgeschafft. Nun wird SAC-T gestrichen – was bleibt, sind halbjährliche Funktionsupdates, die dann aber sofort nach Freigabe bzw. nach der vom Administrator eingestellten Verzögerungszeit zur Installation angeboten werden. (tiw)