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Telekom Austria gehen die Verlustvorträge aus

Der Reingewinn der Telekom Austria ist 2018 um fast 30 Prozent gefallen. Weil die Verlustvorträge aufgebraucht sind, vervielfachten sich die Steuern.

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A1-Funkturm Alfred, gesehen vom Belvedere-Schlosspark zu Wien

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Die Telekom-Austria-Gruppe hat ihren Jahresumsatz 2018 um 1,8 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro gesteigert. Gleichzeitig sind Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA), Betriebsgewinn und Nettogewinn gefallen. Das EBITDA wurde durch Golden Handshakes für österreichische Beamte ins Minus gedrückt, während der Betriebsgewinn unter der Abschreibung von Markenwerten litt.

Denn die Telekom Austria hat 2017 beschlossen, die Hauptmarken in allen Ländern auf "A1" zu vereinheitlichen. Der Nettogewinn wurde zusätzlich dadurch belastet, dass der Konzern seine Verlustvorträge aus früheren Jahren aufgebraucht hat. Mussten im Finanzjahr 2017 nur drei Millionen Euro Ertragsteuern abgeführt werden, waren es 2018 99,7 Millionen Euro.

Somit ergibt sich ein EBITDA (ohne Finanzergebnis) von 1,4 Milliarden Euro (-1,6 Prozent), ein Betriebsgewinn von 424 Millionen (-4,5 Prozent) und ein Nettogewinn von 243 Millionen (-29,7 Prozent). Seit Anfang 2018 rechnet die Telekom Austria nicht mehr nach Buchhaltungsstandard IAS 18 sondern nach IFRS 15. Das führt zu geringfügigen Unschärfen im Jahresvergleich, die aber an den Trends nicht rütteln. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Konzernabschluss 2018 hervor.

Zum Jahresende zählte der Konzern 21 Millionen Mobilfunkkunden (+1,7 Prozent), die durchschnittlich jeweils 8,6 Euro Umsatz pro Monat bringen (unverändert). Während die Anschlüsse mit Vorauszahlung zurückgehen, steigen jene mit Rechnungslegung an. Das liegt unter anderem am Wachstum der Machine-to-Machine-Communication (M2M) sowie an der zunehmenden Verbreitung von WLAN-Routern für Internetzugang über Mobilfunk. Die Kündigungsrate (Churn) konnte von 2 auf 1,7 Prozent verbessert werden.

Die Zunahme der Festnetzanschlüsse um 3,7 Prozent auf 6,3 Millionen ist unter anderem auf die Übernahme eines weißrussischen Festnetzbetreibers zurückzuführen. In Österreich sinkt die Zahl der Festnetzanschlüsse wieder, reine Sprachtelefonie-Anschlüsse werden dort immer seltener.

Entsprechend reduziert das Unternehmen besonders in Österreich seinen Personalstand (minus 2,9 Prozent), der dort zum Jahreswechsel nur noch knapp über 8.000 lag. Trotz einiger Goldener Handshakes sind noch immer 45 Prozent der Belegschaft Beamte aus der Zeit vor der Privatisierung. In den übrigen Märkten ist die Zahl der Mitarbeiter um ein halbes Prozent auf gut 10.300 zurückgegangen.

Die Umsätze sind in allen Ländern außer Slowenien und Weißrussland gestiegen, was in Weißrussland aber nur auf den weiter gefallenen Wert des dortigen Rubel zurückzuführen ist. In lokaler Währung konnte die Telekom Austria auch dort mehr verkaufen.

Gute Nachrichten für Aktionäre kommen aus Serbien und Mazedonien. Dort konnten nach Betriebsverlusten von 6,8 Millionen Euro beziehungsweise 6 Millionen Euro im Jahr 2017 nun Betriebsgewinne von 4,1 Millionen Euro respektive 9,3 Millionen Euro erzielt werden. In Österreich wurde der Betriebsgewinn um 7,2 Prozent auf 474 Millionen Euro ausgebaut. In Slowenien, Kroatien und Weißrussland sind die Betriebsgewinne unterdessen gefallen, und in Bulgarien ist der Betriebsverlust deutlich größer geworden. (ds)