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Studie: Deutsche schätzen Digital-Kompetenz der Regierung als gering ein

In einer Umfrage wird der Bundesregierung hinsichtlich der Digitalisierung und des Schutz der Daten nur ein mittelmäßiges bis schlechtes Zeugnis ausgestellt.

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CeBIT

(Bild: dpa, Peter Steffen)

In Deutschland glaubt nur eine Minderheit der Bevölkerung, dass die Bundesregierung die Digitalisierung tatsächlich voranbringt. Das ist das Ergebnis der Studie "The Tech Divide – Die unterschiedliche Wahrnehmung der Digitalisierung in Europa, Asien und den USA" des Vodafone Instituts für Gesellschaft und Kommunikation. Demnach glauben 44 Prozent der befragten Menschen, dass die Regierung den Willen dazu hätte. Dass sie dafür auch die Fähigkeit besitzt, denken allerdings nur 37 Prozent. In Europa liegen die Werte (40 beziehungsweise 34 Prozent) leicht darunter, besonders negativ schätzen die Menschen in Schweden (14 Prozent) und Bulgarien (24 Prozent) die Fähigkeiten ihrer Regierungen ein. Ganz anders sieht es mit dem Vertrauen dabei etwa in Indien aus, hier sprechen 75 Prozent ihrer Regierung die nötigen Fähigkeiten zu.

"Die Bundesbürger sehen die Chancen, aber auch die Herausforderungen der Digitalisierung für Deutschland", kommentierte Inger Paus, Geschäftsführerin des Instituts, die Ergebnisse. Dementsprechend hoch sei die Erwartungshaltung an die Bundesregierung. Als wichtigste Handlungsfelder machten die Menschen hierzulande Investitionen in Bildung (44 Prozent) und in Digitalisierung und Infrastruktur (41 Prozent) aus, gefolgt von der Förderung kleiner und mittelständischer Unternehmen (38 Prozent).

Dass die Bundesregierung die Daten der Bürger schützt, davon gehen laut der Studie des Vodafone Instituts hierzulande lediglich 27 Prozent der Befragten aus. In Schweden (35 Prozent) und Großbritannien (31 Prozent) ist in dieser Frage das Vertrauen etwas größer. Unterstützung von staatlicher Seite bei einer Datenschutzverletzung erwarten demnach nur 33 Prozent der Menschen in Deutschland.

Für die repräsentative Studie hat das Meinungsforschungsinstitut Ipsos im Auftrag des Vodafone Instituts insgesamt 9000 Personen in neun Ländern befragt. Vergleichswerte wurden auch in den USA, Indien und zum Teil in China erhoben. Ausgewählte Experten wurden zusätzlich für die Einordnung der Ergebnisse anonym interviewt. In China konnten laut Vodafone Institut aufgrund der politischen Situation nicht alle Fragen gestellt werden. (olb)