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Sony: Musikgeschäft sorgt für hohen Gewinn im dritten Quartal

Die Musik-Sparte mit der vorjährigen Übernahme von EMI beschert Sony im dritten Quartal eine Gewinnsteigerung von sieben Prozent.

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(Bild: dpa, Andrej Sokolow)

Sony hat im dritten Quartal seines bis März 2019 laufenden Geschäftsjahres einen Gewinn von 377 Milliarden Yen, umgerechnet etwa 3,02 Milliarden Euro eingefahren. Im Vorjahresquartal waren es 350,84 Milliarden Yen, etwa 2,81 Milliarden Euro. Damit steigerte das Unternehmen den Gewinn um etwa 7 Prozent, wie Sony am Freitag mitteilte.

Der hohe Quartalsgewinn ergibt sich vor allem aus Sonys Musikgeschäft durch die vorjährige Übernahme des Musik-Labels EMI. Das brachte Sony einen einmaligen Gewinn von 116,9 Milliarden Yen (940 Millionen Euro) und insgesamt 147,1 Milliarden Yen (1,18 Milliarden Euro) ein. Im Vergleichsquartal des Vorjahres war der Gewinn mit 39,3 Milliarden Yen (310 Millionen Euro) deutlich schmaler ausgefallen.

Der Gewinn im Spielebereich ist von 85,4 Milliarden Yen des Vergleichsquartals im Vorjahr auf jetzt 73,1 Milliarden Yen trotz einer Umsatzsteigerung von 718 Milliarden auf 790,6 Milliarden Yen gesunken. Steigende Abo-Zahlen von PlayStation Plus und exklusive Spieletitel wie "Marvel’s Spiderman" konnten die sinkenden Verkaufszahlen der mittlerweile fünf Jahre alten PlayStation 4 nicht auffangen.

Sony hatte im dritten Quartal 8,1 Millionen PlayStation 4 in den Handel gebracht, für das noch laufende Jahr Geschäftsjahr sollen es dann insgesamt 17,5 Millionen werden. Nach Angaben von Sony seien seit Erscheinen 94,2 Millionen PlayStation 4 in den Handel gebracht worden, davon sollen 91,6 Millionen verkauft worden sein. Im dritten Quartal seien 5,6 Millionen PlayStation 4 über die Ladentheke gewandert. Der Nachfolger PlayStation 5 wird von Spielern und Investoren sehnsüchtig erwartet, allerdings dürfte Sonys neue Konsole nach bisherigem Stand erst 2021 herauskommen.

Für die ersten drei Quartale sieht sich Sony insgesamt aber auf Erfolgskurs: Der Gewinn legte von 157,8 Milliarden Yen um 89,3 Prozent auf 247,2 Milliarden Yen zu.

Weniger gut schneidet Sonys Mobilfunksparte ab: Der Umsatz fiel von 217,5 Milliarden Yen auf 137,2 Milliarden Yen deutlich ab. Damit verbuchte das Unternehmen beim Verkauf von Smartphones im dritten Quartal einen Verlust von 15,5 Milliarden Yen, rund 120 Millionen Euro. Sony hatte im vorigen Jahr versucht, die schwächelnde Mobil-Sparte auf Erfolgskurs zu bringen und das Management ausgetauscht.

Das letztjährige Flaggschiff-SmartphoneSony Xperia XZ3 konnte trotz geänderten Designs und OLED-Displays die Käufer im Weihnachtsgeschäft anscheinend aber nicht ausreichend überzeugen. Für die ersten drei Quartale des laufenden Geschäftsjahrs steht ein dickes Minus beim Gewinn von 56,1 Milliarden Yen, 450 Millionen Euro.

Der Bereich Imaging Products & Solutions hat sich im dritten Quartal dagegen gut entwickelt. Die Umsätze stiegen leicht von 181,1 Milliarden auf 188 Milliarden Yen. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 34,2 Milliarden Yen übrig. Im letzten Jahr hatte die Sparte nur 26 Milliarden Yen eingefahren.

Offensichtlich hat sich der anhaltende Markttrend zu hochwertigen Kameras und die überarbeitete Angebotspalette bei Sony ausgezahlt. Im bisherigen Geschäftsjahr fährt Sony deshalb einen satten Gewinn in Höhe von 89,3 Milliarden Yen ein. Im Vorjahr waren es 68,1 Milliarden Yen.

Im Bereich Home Entertainment & Sound sieht es eher durchwachsen aus. Zwar sank der Umsatz im dritten Quartal von 429,8 Milliarden auf 388,8 Milliarden Yen, doch der Gewinn stieg leicht von 47,5 Milliarden Yen, rund 380 Millionen Euro, an. Für das bisherige Geschäftsjahr steht ein leichtes Minus bei Umsatz und Gewinn: Der Umsatz sank von 987,6 Milliarden auf 935,8 Milliarden Yen, der Gewinn liegt aktuell bei 89,3 Milliarden Yen im Vergleich zu 93,2 Milliarden Yen des Vorjahrs.

Bei der Gewinnprognose hält Sony an der Vorhersage von 870 Milliarden Yen für das gesamte noch laufende Geschäftsjahr fest. 2017 hatte das Unternehmen einen Gewinn von 734,9 Milliarden Yen erwirtschaftet. (olb)