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SciFi-Serie The Expanse, Staffel 3: Blut, Schweiß und Tränen in Null-G

Wir haben die neue Staffel der Scifi-Ausnahmeserie The Expanse angeschaut und berichten, spoilerfrei, warum man sich diese Serie nicht entgehen lassen darf.

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Naomi Nagata muss mal wieder den Transponder-Code der Roci anpassen, denn die Crew ist wieder einmal auf der Flucht vor dem kompletten Sonnensystem.

(Bild: Amazon)

Inhaltsverzeichnis

Die erste Staffel der Scifi-Serie The Expanse verbindet eine Film-Noir-Detektivgeschichte im Weltraum mit einem Horrorthriller, der an die ersten drei Alien-Filme erinnert. Die zweite Staffel verdoppelt die Einsätze und stellt Action in den Vordergrund der Geschichte rund um James Holden und die Crew des Ex-MCRN-Gunships Rocinante. Mit der dritten Staffel rechtfertigen die Macher der ambitionierten Serie jetzt das Vertrauen, das Fans bis hierhin in sie gesetzt haben. Am Ende der dreizehn Folgen von Staffel 3 öffnet sich das Expanse-Universum dem Zuschauer in bisher ungeahnter Weise. Zusammengenommen sind alle drei Staffeln ein Muss für jeden Scifi-Fan. Alle drei Staffeln von The Expanse laufen seit dem 8. Februar bei Amazon Prime.

Die Expanse-Buchserie begeistert ihre Fans unter anderem damit, dass jeder Roman quasi einem anderen Genre angehört. Eine Hardboiled-Detektivstory sind genauso vertreten wie ein politischer Thriller, ein Action-Adventure und ein Weltraum-Western. Solche Genre-Sprünge stellen die Produzenten einer Fernsehserie vor reichlich Probleme, denn nur ein Teil der in den Büchern vertretenen Erzählstile eignen sich für die Darstellung in einer Fernsehserie. The Expanse funktioniert vor allem wohl auch deswegen trotzdem so gut im Fernsehen, weil die beiden Buchautoren dabei bis ins kleinste Detail bei der Umsetzung des Stoffes involviert sind. Und weil sie sich trauen, von ihren Büchern abzuweichen, wenn es der Fernsehserie guttut.

Ty Franck, eine Hälfte des Autorenduos James S. A. Corey, war lange Zeit der persönliche Assistent von Game-of-Thrones-Autor George R. R. Martin. Und er spricht in Interviews öfters davon, was er dabei gelernt hat. Martin habe ihm nahegelegt, beim Verkaufen der Filmrechte zu seinem Werk sehr vorsichtig zu sein und nur Studios in die nähere Wahl zu nehmen, die ihn bei der Produktion nicht ausschließen. Martins Konflikte mit den Produzenten von Game of Thrones sind bekannt und so verwundert es nicht, dass er seinem Assistenten einen solchen Rat mit auf den Weg gab. Die resultierende Kooperation zwischen dem Filmstudio Alcon Entertainment und dem US-Sender Syfy scheint die perfekte Umsetzung des Buchstoffes zu sein. Wie der Sender die Serie allerdings nach so einer grandiosen dritten Staffel absetzen konnte, ist für den Zuschauer beim besten Willen unverständlich. Glücklicherweise rettete Amazon die Crew der Rocinante nach einem öffentlichen Aufschrei der Fans und die vierte Staffel hat nach Beendigung der Dreharbeiten bereits das Flip-and-Burn-Manöver eingeleitet.

Die dritte Staffel beginnt dort, wo die zweite endet: Erde und Mars liegen sich wegen des Angriffs auf die Agrarkolonie Ganymede an der Kehle. Die Crew der Rocinante leckt sich die Wunden und versucht, alle Spuren des hochinfektiösen Protomoleküls von ihrem Schiff zu entfernen. Erwartungsgemäß wird alles eher schlimmer als besser und die Roci-Crew muss im ersten Abschnitt der neuen Staffel zuerst einmal die Bedrohung durch die Protomolekül-Biowaffen auf dem Jupitermond Io eindämmen. Dazu wird die Crew der abtrünnigen MCRN-Korvette durch unerwartete Freunde vom Mars und von der Erde unterstützt.

Der Plot des zweiten Abschnitts der zweiten Staffel und des Anfangs der dritten entstammen dem zweiten Expanse-Buch Calibans Krieg. Shakespeares Monster steht im Buchtitel stellvertretend für die Protomolekül-Hybriden, die Holden und seine Freunde um jeden Preis vernichten müssen, wollen sie den Krieg zwischen Erde und Mars beenden und das Sonnensystem retten. Gen Mitte der Staffel wendet sich die Geschichte mit einem Zeitsprung abrupt dem nächsten Buch in der Serie zu. Der Rest der Staffel beschreibt dann, stark entschlackt, die Geschehnisse aus dem dritten Expanse-Buch Abaddons Tor. Wer die Buchreihe nicht bis hierhin gelesen hat, wird durchaus überrascht sein, welcher Todesengel dort aus den Tiefen der Venus heraufsteigt und welches Tor (oder besser: welche Tore) er öffnet.