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Schott RealView: Neues Glas für größeres Sichtfeld in Augmented Reality

Der deutsche Glashersteller stellt auf der Display Week ein neues Glas vor, das speziell für AR-Anwendungen entwickelt wurde. Damit soll der Bereich des Sichtfeldes, in den die AR-Bilder projiziert werden können, deutlich größer sein.

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Schott RealView: Neues Glas für größeres Sichtfeld in Augmented Reality

(Bild: Schott)

Der deutsche Glashersteller Schott hat ein Spezialglas für Augmented-Reality-Anwendungen entwickelt. Mit Schott RealView Gläsern können Hersteller von AR-Geräten das Sichtfeld in der Augmented Reality deutlich erweitern, erklärt das Unternehmen. Das Rohglas wird bei Schott in Mainz gefertigt und anschließend von einem Partner in China veredelt. Der Hersteller zeigt das neue Produkt erstmals auf der Branchenmesse Display Week, die ab dem 22. Mai in Los Angeles stattfindet.

Im Vergleich zu herkömmlichen Glaswafern verdoppeln RealView-Wafer den inneren Totalreflexionswinkel. "Die Rolle des inneren Totalreflexionswinkels lässt sich mit dem Blick ins Meer veranschaulichen: Schaut man unter einem flachen Winkel seitlich auf das Wasser, sieht man nur die Spiegelungen des Himmels. Erst wenn man steil genug – also von oben – auf die Wasseroberfläche schaut, sieht man den Meeresboden”, erklärt Rüdiger Sprengard, der bei Schott Advanced Optics für Augmented Reality verantwortlich ist.

Microsoft gehört mit der HoloLens zu den AR-Pionieren.

(Bild: c't)

Bei einem Glas für Augmented-Reality gilt das gleiche Prinzip. "Wie bei der Spiegelung auf dem Ozean soll das Licht, also die Bildinformation vom Display kommend, im Glas geführt werden, ehe es gezielt zum menschlichen Auge hin ausgekoppelt wird", fährt Sprengard fort. "Je höher der Totalreflexionswinkel, desto größer das Sichtfeld, innerhalb dessen die virtuelle Information mit dem realen Blickfeld überlagert werden kann."

Mit dem chinesischen Partner Zhejiang Crystal-Optech hat Schott im März ein Joint Venture gegründet. Im gemeinsamen Unternehmen Zhejiang Crystal-Schott Optical Technology wird das Rohglas aus Deutschland zum fertigen Glaswafer weiterverarbeitet. Dabei wird das Glas unter anderem poliert und beschichtet. So bleibt der gesamte Produktionsprozess – vom Sand bis zum fertigen Glaswafer – im Haus.

"Unser Vorteil ist, dass wir als voll integrierter Lieferant jeden Schritt des Prozesses abdecken", erklärt Sprengard. "So können wir alle Eigenschaften kontrollieren, die für die Qualität des Bildes entscheidend sind: Glas-Chemie, Glasschmelze, Wafer-Prozessierung und optische Beschichtungen – wir kontrollieren jeden Produktionsschritt."

Glaswaferfertigung bei Schott (8 Bilder)

Das Ausgangsmaterial ist ein spezielles Gemisch.
(Bild: Schott)

Das Glas eignet sich zum Beispiel für AR-Brillen wie Microsofts HoloLens oder die von Intel nur bis zum Protoyp entwickelte Vaunt. Auch zahlreiche andere IT-Konzerne arbeiten an der Entwicklung von Augmented Reality, darunter Facebook und Apple, das ein AR-Startup übernommen hat. Auch für die Spielebranche ist AR ein Thema. Schott setzt darauf, dass sich AR zum Massenmarkt entwickelt, und hat in Forschung und Fertigung investiert.

"In den vergangenen Jahren haben die Schott-Forscher ihr Know-how in der Schmelze und Oberflächenbearbeitung optischer Materialien genutzt und eng mit Innovatoren im Bereich AR zusammengearbeitet, um die Anforderungen dieser aufstrebenden Branche zu erfüllen", erklärt Sprengard. Neben dem Joint Venture in China wurden auch die Produktionskapazitäten in Deutschland ausgebaut. Schott kann für RealView sofort in Massenproduktion gehen. (vbr)

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