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Schlaue Klobrille soll Herzpatienten helfen

Sie ist in jedem Haushalt ständig in Gebrauch: die Klobrille. Forscher wollen den Gegenstand nun zur besseren Überwachung von Herzpatienten einsetzen.

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(Bild: Karl Q. Schwarz, University of Rochester Medical Center)

Herzpatienten könnten bald intelligente Unterstützung erhalten, und das ganz ohne ihre Lebensgewohnheiten zu ändern. US-Forscher entwickeln derzeit eine smarte Klobrille, die während des "Geschäfts“ verschiedene Blut- und Herzmessungen durchführt. Sie dienen dazu, den Zustand des Patienten zu überwachen und eventuelle Herzschwächen oder Verschlechterungen des Gesundheitszustandes rechtzeitig zu bemerken.

Die Forscher erhoffen sich, dass im Gesundheitswesen so große Summen Geld, beispielsweise durch wiederholte Krankenhausaufenthalte, gespart werden können. Erforscht wird das System von Wissenschaftlern am Rochester Institute of Technology und der University of Rochester Medical Center in New York.

Drei Sensorsysteme wurden in die Klobrille eingebaut. Ein Elektrokardiogramm misst die elektrischen Aktivitäten des Herzes. Ein Photoplethymogramm nutzt optische Sensoren um Daten über das Blutsystem zu sammeln. Sie messen durch die Haut hindurch. Weiterhin wird ein Ballistocardigramm eingesetzt, das Bewegungen des Herzens erfassen kann. Mit Hilfe dieser Geräte werden der Blutdruck, der Sauerstoffgehalt im Blut und die Menge Blut, die durch eine Herzkammer während eines Herzschlags strömt, gemessen. Weiterhin sollen auch der Puls oder das Gewicht des Patienten messbar sein. Die Algorithmen, die die gemessenen Daten auswerten, entwickelten die Forscher selbst, ganz fertig sind sie damit aber noch nicht.

Die Klobrille enthält drei Sensorsysteme. Im Bild zu sehen sind: ECG – Elektrocardiogramm BCG – Ballistocardiogramm PPG – Photoplethysmogramm

(Bild: Rochester Institute of Technology)

Die Zuverlässigkeit der Messungen wurde bereits in einer ersten Studie überprüft. Sie wurde im Januar 2019 im JMIR mHealth and uHealth-Magazin veröffentlicht. Dabei wurden 18 Probanden über acht Wochen beobachtet. Um die Messung des Blutvolumens in den Herzkammern zu überprüfen, wurde die gesunde Probanden und Patienten mit Herzproblemen, die sich in Behandlung befanden, untersucht.

Die intelligente Klobrille zeigte laut Studie bislang gute Messergebnisse, die mit klinisch erfassten Daten im Rahmen gewisser Abweichungen übereinstimmten. Weitere Tests sollen folgen. Ziel ist es, dass die medizinischen Daten direkt an den behandelnden Arzt übertragen werden. Dazu erhält die Brille ein Online-Interface, über das sowohl Patienten, als auch der Arzt die Herzaktivitäten einsehen können.

Intelligente Toiletten gibt es bereits. Sie sind beispielsweise in der Lage Urin zu analysieren. Herzmessungen werden derzeit noch nicht angeboten. Im Übrigen soll die intelligente Klobrille wasserfest sein und sich mit herkömmlichen Haushaltsreinigern putzen lassen. (cbr)