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Mini-PCs als Netzwerk-Router: Kaufberatung

Lüfterlose und bezahlbare Kompakt-PCs mit zwei Gigabit-Ethernet-Ports eignen sich gut für eine pfSense-Firewall und andere Server-Dienste.

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Mini-PCs als Netzwerk-Router: Kaufberatung

Mini-PCs für Router-, Netzwerk- und Serverdienste

Viele Aufgaben in kleinen Netzen können billige Einplatinencomputer wie der Raspberry Pi erledigen. Doch wenn man schnelle Schnittstellen wie Gigabit Ethernet (GE), USB 3.0, SATA oder mehr als 1 GByte RAM benötigt, schrumpft die Auswahl an bezahlbaren Hardware-Plattformen.

Mini-PC-Barebones mit sparsamen x86-Prozessoren von AMD oder Intel sowie mit lüfterloser Kühlung und mehreren GE-Buchsen gibt es ab etwa 130 Euro. Sie eignen sich gut für die flexibel konfigurierbare pfSense-Firewall, deren FreeBSD-Unterbau bisher nicht problemlos mit dem ARM-SoC Rockchip RK3399 auf dem günstigeren Pine64 RockPro64 zurechtkommt.

Die aktuellen Generationen der AMD- und Intel-Billigprozessoren ermöglichen zudem vergleichsweise schnelle Netzwerkverbindungen mit Verschlüsselung (VPN) via OpenSSL, weil sie die AES New Instructions (AES-NI) verarbeiten. Mit weit mehr als 110 MByte/s lassen sich GE-Verbindungen ausreizen. Daher sollte man keine veralteten Prozessoren ohne AES-NI kaufen.

Ein typisches Beispiel für einen lüfterlosen Mini-PC-Barebones ist die 180 Euro teure Zotac Zbox CI329 nano mit dem "Atom-Celeron" N4100. Dieses System-on-Chip (SoC) von Intel ist eng mit den Atom-SoCs für Tablets verwandt und integriert außer CPU und GPU auch Chipsatzfunktionen, darunter zwei SATA-6G-Ports, ein USB-3.0-Controller und bis zu sechs PCIe-2.0-Lanes. Mit pfSense auf einer SATA-SSD installiert braucht die Zbox CI329 im Leerlauf rund 5 Watt.

Der Celeron N4100 gehört zur SoC-Generation Gemini Lake, Zotac hat auch schon deren Vorgänger Apollo Lake (Celeron N3450 in der Zbox CI327), Braswell (Celeron N3160 in der Zbox CI325) und Bay Trail (Celeron N2930 in der Zbox CI320) verwendet.

Weil Intel derzeit Lieferschwierigkeiten hat, sind Mini-PCs mit Gemini-Lake-Chips nicht immer leicht erhältlich. Das trifft auch den Hardkernel Odroid-H2 (Test), der ebenfalls mit zwei GE-Buchsen kommt.

Ein anderes Konzept setzt PC Engines aus der Schweiz um: Das Router-Board apu2d4 ist mit dem älteren Embedded-Prozessor AMD GX-412TC (Crowned Eagle) sowie mit drei GE-Chips und 4 GByte RAM bestückt. Inklusive Gehäuse und Netzteil kostet es 164 Euro. Hier muss man allerdings auf einen Monitoranschluss verzichten, was die Installation eines Betriebssystems etwas schwieriger macht.

Die aktuelle c't 4/2019 liefert Tipps zur Auswahl und zur Konfiguration sparsamer Mini-PCs für einfache Netzwerk- und Serverdienste. Außerdem zeigen wir, wie Sie pfSense auf dem PC Engines apu2d4 beziehungsweise der ZBox CI329 installieren:

(ciw)