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Facebook löscht Hunderte gefälschte Accounts aus dem Iran und Indonesien

Facebook hat "nicht authentische" Accounts aus seinem Netzwerk entfernt, über die Propaganda und Falschnachrichten verbreitet wurden.

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Facebook löscht weitere gefälschte Accounts aus dem Iran

(Bild: Facebook)

Facebook hat erneut mehrere Hundert gefälschte Accounts, Gruppen und Seiten gelöscht, die nach Angaben des Online-Netzwerks mit dem Iran verbunden waren. Sie seien in verschiedenen Ländern – darunter auch in Deutschland – aktiv gewesen und hätten größtenteils von iranischen Staatsmedien veröffentlichte Informationen weiterverbreitet, vor allem an Menschen im Nahen Osten und Südasien gerichtet, erklärte Facebook-Manager Nathaniel Gleicher. Dabei sei es zum Beispiel um Themen wie den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern sowie um die Lage in Syrien oder im Jemen gegangen.

Facebook entfernte nach eigenen Angaben 365 Facebook-Accounts, 262 Seiten und 162 Instagram-Profile. Einige seien bereits seit 2010 aktiv gewesen. Rund zwei Millionen Nutzer hätten mindestens eine der Seiten abonniert. Bei Instagram seien 240.000 Nutzer zumindest einem der Accounts bei dem Fotodienst gefolgt. Für Werbung bei Facebook-Plattformen hätten die Betreiber etwa 27.000 US-Dollar ausgegeben.

Zudem hat Facebook nach eigenen Angaben 207 Seiten, 800 Accounts, 546 Gruppen und 208 Instagram-Accounts aus seinem Netzwerk entfernt, die mit dem indonesischen Online-Syndikat Saracen zusammenhängen sollen. Dieses missbrauche Facebook, um Hassreden und Fake News zu verbreiten.

Der Saracen-Gruppe wird von indonesischen Behörden vorgeworfen, unter anderem aufwieglerische Inhalte zu verbreiten. In diesem Zusammenhang seien bereits 2016 drei Personen aus der Gruppe wegen des Vorwurfs der Verschwörung verhaftet worden, berichtet Reuters. Auch im Jahr 2017 wurden Personen aus dem Syndikat verhaftet, das gegen Geldzahlungen Falschinformationen verbreiten soll.

Indonesien sei mit etwa 100 Millionen Nutzern Facebooks drittgrößter Markt. Es wird befürchtet, dass auf die im April anstehenden dortigen Präsidentschaftswahlen per Fake News Einfluss genommen werde.

Facebook erkenne die koordiniert vorgehenden "nicht authentischen" Accounts und Seiten nach Verhaltensmustern und nicht nach Inhalten, sagte Gleicher. Diese Accounts versuchten sich als jemand auszugeben, der sie nicht seien; das sei die Grundlage für die Löschungen. Das Online-Netzwerk arbeite dabei auch mit anderen Plattformen zusammen. Zudem arbeite Facebook daran, die Erkennungstechnik zu verbessern und stelle weitere Mitarbeiter für diesen Bereich ein.

Facebook hatte im August 2018 652 Accounts, Seiten und Gruppen entfernt, die aus dem Iran und möglicherweise aus dem Umfeld des russischen Geheimdienstes stammen. Es habe sich um koordinierte Aktionen mit verknüpften Accounts gehandelt, sagte seinerzeit Facebook-Chef Mark Zuckerberg. (anw)