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Bitkom-Umfrage: Mehrheit hat Angst vor Cyberkrieg

Sechs von zehn Internetnutzern in Deutschland haben Angst vor einem Cyberkrieg. Das hat eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom ergeben.

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Cyberkriminalität

Der Bitkom riet erneut dazu, neben regelmäßigen Updates der genutzten Software und der Zwei-Faktor-Authentifizierung für den Zugang zu Plattformen auch komplexere Passwörter zu nutzen, die sich nicht leicht erraten ließen.

(Bild: dpa, Oliver Berg)

Die Mehrheit der deutschen Internetnutzer (58 Prozent) hat Angst vor einem Cyberkrieg – zumindest wenn es nach einer Erhebung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom geht. Demnach glaubt die Mehrheit der Nutzer (56 Prozent) auch, dass staatliche Konflikte künftig zunehmend in Form von Cyberattacken ausgetragen werden.

55 Prozent der Teilnehmer der Bitkom-Umfrage gaben an, dass im Falle eines Cyberangriffs Deutschland selbst aktiv mit Cyberattacken zurückschlagen sollte. Für die Umfrage hat Bitkom Research 1010 Internetnutzer ab 16 Jahren telefonisch befragt.

Derzeit werden unter dem Begriff Hack Backs verschiedene Techniken diskutiert, die Bundeswehr und Geheimdienste in die Lage versetzen sollen, im Internet gegen Bedrohungen von außen vorzugehen. Die aktuelle kontroverse Diskussion dreht sich vor allem um aktive Gegenangriffe wie Vergeltungsschläge im Netz. Bundesinnenminister Horst Seehofer etwa befürwortet, aktiv Maßnahmen zur Cyberabwehr zu nutzen. Den Hack Back hält er im Ernstfall – beispielsweise bei einem Angriff auf kritische Infrastrukturen ein – als letztes Mittel einer fünfstufigen Eskalation für gerechtfertigt.

Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Clubs, meint hingegen, das meiste, was zurzeit im Zusammenhang mit Hack Backs diskutiert werde, sei zumindest in Deutschland rechtswidrig: "Wir haben eine Verteidigungsarmee." Aktiver Cyberschutz durch Hack Backs hingegen falle in aller Regel unter die Kategorie Angriff beziehungsweise Vergeltung.

67 Prozent der Befragten in der Bitkom-Umfrage befürworten Investition in die Sicherheit kritischer Infrastrukturen wie in Krankenhäuser, die Energieversorgung oder den öffentlichen Verkehr. 66 Prozent befürworten die Gründung eines digitalen Katastrophenschutzes. 44 Prozent wünschen sich Cyber-Bündnisse mit anderen Staaten, etwa in Form einer Cyber-NATO. 29 Prozent erwarten Investitionen in eigene Cyberabwehr-Einheiten und 24 Prozent sagten, Deutschland solle sich nicht für einen Cyberkrieg rüsten oder vorbereiten. (rbr)