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Activision Blizzard entlässt Hunderte Mitarbeiter

Der Spiele-Publisher Activision Blizzard trennt sich von 8 Prozent seiner Arbeitnehmer – trotz guter Quartalszahlen. Davon sollen die Kernmarken profitieren.

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Activision Blizzard entlässt Hunderte Mitarbeiter

(Bild: Activision Blizzard)

8 Prozent der Mitarbeiter von Activision Blizzard werden entlassen. Das verkündete der Spiele-Publisher bei der Bekanntgabe des Geschäftsergebnisses. Laut Kotaku entspricht das rund 800 Stellen. Die betroffenen Mitarbeiter seien gerade erst über die Entscheidung informiert worden.

Activision Blizzard will durch den Schritt das Kerngeschäft der Spieleentwicklung stärken: "Wir wollen euch mehr Inhalte unserer bekannten Marken liefern und neue Projekte zum Leben erwecken", schreibt Blizzard-CEO J. Allen Brack in einem Blog-Eintrag an die Community. "Daher werden wir die Zahl der Stellen, die nichts mit Spieleentwicklung zu tun haben, in Nordamerika reduzieren." Den betroffenen Angestellten werde eine Abfindung angeboten.

Die aktuellen Geschäftsergebnisse von Activision Blizzard fielen dabei positiv aus. 2018 machte der Spiele-Publisher 7,5 Milliarden US-Dollar Umsatz, das ist Rekord. Die Prognose für das aktuelle Jahr fällt allerdings schwächer aus. CEO Bobby Kotick schreibt in einer Pressemitteilung zu den Geschäftsergebnissen: "Obwohl die Ergebnisse 2018 die besten in unserer Geschichte sind, haben wir unser volles Potenzial nicht ausgeschöpft. Um unser Potenzial zu erreichen, haben wir eine Reihe an Führungspositionen neu besetzt."

Nach den Entlassungen will Activision Blizzard mehr Geld in die Spieleentwicklung stecken. Die Zahl der Entwickler, die 2019 an Marken wie Call of Duty, Diablo, Hearthstone, Overwatch, Warcraft und Candy Crush arbeiten wird, soll demnach um 20 Prozent steigen. Um welche Projekte es sich dabei genau handeln soll, ist offen.

Gerade der Blizzard-Teil des Publishers hatte zuletzt kaum Erfolge vorzuweisen. Die Arbeiten an der E-Sports-Sparte von Heroes of the Storm wurden auf Eis gelegt, die Ankündigung eines Mobilspiels im Diablo-Universum sorgte bei der PC-Nutzerschaft für Ärger. Neue sogenannte "Core-Games" gab es von Blizzard schon länger nicht mehr. Derzeit soll sich aber das unangekündigte Diablo 4 in Entwicklung befinden.

Die wichtigsten Spiele 2018 (12 Bilder)

The Walking Dead: The Final Season

Mach's gut, Telltale! Das Studio, das Adventure-Klassiker wie Sam & Max und Tales of Monkey Island entwickelt hat, gibt es nicht mehr. Es wurde aufgelöst, nachdem das Spiele-Konzept, das The Walking Dead und Tales from the Borderlands zu Erfolgen gemacht hat, irgendwann dann doch zu ausgetreten war. Die jüngeren Telltale-Titel spielten sich allesamt wie interaktive Filme, die dem Spieler Entscheidungsfreiheit zumindest vorgaukelten.
Das klappte mal besser, mal schlechter, eine eigene Identität hatten die Telltale-Spiele aber auf jeden Fall. Damit ist nun Schluss: Mitten während der Entwicklung von The Walking Dead: The Final Season wurden die Mitarbeiter ohne große Umschweife rausgeschmissen, die Verkaufszahlen waren einfach nicht mehr gut genug. Damit ist auch der einzigartige Telltale-Stil Geschichte. Mit einer Ausnahme: Die finale Staffel von The Walking Dead soll noch von Skybound Entertainment über die Ziellinie gebracht werden. Die Fans dürfen also noch ein letztes Mal mit Clementine vor Zombies flüchten.

(Bild: Telltale Games)

Rekordergebnisse konnten auch EA und 2k Games vorlegen – auch hier waren Anleger allerdings nicht komplett zufrieden mit den Zahlen. Als Grund für die Sorge um die etablierten Publisher gilt der enorme Erfolg der Battle-Royale-Spiele Fortnite und PUBG. (dahe)