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Android-Entwicklung: Google zieht die Daumenschrauben an

Google will den App-Bestand im Play Store modernisieren: Apps müssen ab Sommer 2018 die Neuerungen in Android 8 Oreo zwingend unterstützen.

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Android-Entwicklung: Google zieht die Daumenschrauben an

(Bild: Google)

Mit den letzten Releases hat Android eine Reihe neuer Features eingeführt, die die Sicherheit und den Betrieb von Smartphones verbessern. So bietet Android seit Version 6 (Marshmallow) die Möglichkeit, Apps gezielt datenschutzkritische Operationen wie den Zugriff aufs Adressbuch zu verbieten. Der Doze-Modus in Android 7 spart im Standby Strom, zudem brachte Nougat neue Möglichkeiten für Benachrichtigungen und einen kritischeren Umgang mit selbst installierten Zertifikaten. Das aktuelle Android 8 (Oreo) beschränkt die Hintergrundaktivitäten von Apps und verlängert so die Laufzeit.

Leider kommen diese Verbesserungen häufig nicht bei den Nutzern an: Nicht nur, dass Gerätehersteller mit Updates trödeln, auch Apps müssen an neue Android-Versionen angepasst werden, damit die neuen Features wirksam werden. Google ordnet dazu jeder Android-Version ein API-Level zu – die jüngste Android-Version 8.1 entspricht dem API-Level 27.

Allerdings können App-Entwickler selbst festlegen, welches API-Level sie unterstützen. Leider wählen sie häufig ein veraltetes API-Level, weil neue API-Level gelegentlich eine komplexere Programmierung erzwingen und ihre Vorteile nur auf aktuellen Systemen ausspielen – da kommen dann wieder die trödeligen Updates der Gerätehersteller ins Spiel. Ältere Apps bleiben häufig bei dem API-Level, mit dem sie ursprünglich entwickelt wurden.

Das möchte Google jetzt ändern. Ab August 2018 wird der Play Store neue Apps nur noch akzeptieren, wenn die targetSdkVersion mindestens API-Level 26 (Android 8.0) ist. Ab November 2018 wird auch bei App-Updates API-Level 26 vorausgesetzt. Ab 2019 soll das geforderte API-Level mit dem Erscheinen neuer Android-Versionen hochgesetzt werden. Um die Kompatibilität ihrer Apps mit älteren Android-Versionen sicherzustellen, können Entwickler die minSdkVersion weiterhin beliebig wählen. Durch die frühzeitige Ankündigung will Google App-Entwicklern Zeit geben, sich auf die Änderungen einzustellen.

Siehe dazu auch:

(odi)